Alarmierung Ausrückordnung

Wer oder was ist ein PreAlert?

Im Fall eines Herzkreislaufstillstandes spielt der Faktor Zeit eine wesentliche Rolle für das Überleben des Patienten. Wir werden daher aus Leitstellensicht versuchen die Zeit vom Anruf bis zur Alarmierung des Rettungsdienstes weiter zu verbessern und beschreiten hier neue innovative Wege. Aus diesem Grund testen wir ab 1. Oktober, gemeinsam mit der Universitätsklinik für Notfallmedizin und in enger Absprache mit dem Roten Kreuz und dem ASBÖ im Rahmen eines wissenschaftlichen Projektes eine neue Maßnahme in unserem Einsatzleitsystem, den sogenannten „PRE-ALERT“.

Was ist PRE-ALERT?

Der PRE-ALERT (=vorzeitiger Alarm), wird von unserem System ausgelöst, sobald die Einsatzadresse erfasst ist und der Verdacht eines Herzkreislaufstillstandes besteht. Der PRE-ALERT hat das Ziel, die Hilfsfrist zu verkürzen um die Überlebenswahrscheinlichkeit zu steigern. PRE-ALERT ist ein normaler Einsatzalarm per Pager und/oder SMS, der wie zuvor ein unmittelbares Ausrücken zur Folge haben muss, eben mit dem Einsatzstichwort PREALERT.

Wen betrifft der PRE-ALERT?

Der PRE-ALERT wird immer für jenes bodengebundene Rettungsmittel ausgelöst, dass die kürzeste Anfahrtszeit zum Notfallort hat, egal ob KTW, RTW, NEF oder NAW. Die Fahrzeugtypen KTW-B und BKTW kommen (so wie bisher) im Rettungsdienst natürlich nicht zum Einsatz, wie auch die NAHs aus diesem Projekt ausgenommen sind.

Was mache ich, wenn ich einen PRE-ALERT erhalte?

Der PRE-ALERT ist als Einsatz mit höchster Priorität zu sehen, da von einer Reanimationssituation ausgegangen wird. Dies bedeutet, dass unverzüglich ausgefahren werden muss. Sobald der Leitstelle zusätzliche medizinische oder sicherheitsrelevante Informationen vorliegen (durch die fortgeführte Telefonabfrage) wird sie sich bei dem in Anfahrt befindlichen Rettungsmittel melden und diese Informationen weitergeben.

Warum bekomme ich nicht bei jedem Herzkreislaufstillstand einen PRE-ALERT?

Für dieses wissenschaftliche Projekt in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Notfallmedizin werden zwei Vergleichsgruppen benötigt (Gruppe 1 „PRE-ALERT“; Gruppe 2 „Alarmierung wie bisher“). Dadurch wird nicht jeder Herzkreislaufstillstand mit PRE-ALERT alarmiert. Für diese Studie liegt ein positives Votum der Ethikkommission des Landes Niederösterreich vor.

Wichtig ist dabei aber:

DIE FAHRTZEITEN DER NIEDERÖSTERREICHISCHEN RETTUNGSMITTEL SIND AUSGEZEICHNET. ES SOLL UND DARF NICHT VERSUCHT WERDEN, ZEIT DURCH EIN RISIKOBEREITES FAHRVERHALTEN ZU GEWINNEN!

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