Notarzthubschrauber

Wasserrettung durch Christophorus 9

Durch eine im Jahr 2010 neu entwickelte Bergemethode, entwickelt von der Crew des Christophorus 9 gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr Wien, ergibt sich die Möglichkeit, in Gewässern verunfallte Personen nicht nur zu orten und zu behandeln, sondern auch zu bergen. Das Einsatzgebiet ist Wien und das angrenzende Niederösterreich (Randgemeinden)

Das Verfahren sieht folgendermassen aus:

  1. Christophorus 9 nimmt einen Einsatztaucher der Berufsfeuerwehr Wien, der sich in permanenter Bereitschaft auf der Hauptfeuerwache Wien 2 befindet, an Bord und fliegt mit diesem zum Notfallort. Für die Aufnahme des Tauchers sind etwa fünf Minuten erforderlich, 3-4 Minuten Anflug zur Hauptfeuerwache und ca. eine Minute fürs Einsteigen.
  2. Der Taucher wird in voller Montur (Anzug, Flossen und Luft für 10 Minuten) an Bord genommen und kann somit ohne Zwischenlandung direkt beim Verunfallten (sobald dieser lokalisiert ist) aus dem schwebenden Hubschrauber aussteigen.
  3. Der Pilot positioniert den Notarzthubschrauber in einer Höhe ca. zwei Metern etwa 15 Metern neben dem Verunglückten. Sobald der Hubschrauber die optimale Position erreicht, springt ein Taucher ab, rettet und sichert den Patienten.
  4. Danach wirft der Flugrettungssanitäter (HEMS) einen offenen Rettungsring in Richtung der verunfallten Person ab. Der Taucher zieht den Rettungsring, der durch ein Seil mit dem Helikopter verbunden ist, ueber die Schultern des Patienten.
  5. Durch das Anheben des Hubschraubers spannt sich das Seil zwischen Hubschrauber und Rettungsring und bewirkt ein Zusammenziehen des Rings. Somit ist der Verunfallte fixiert und kann vom Helikopter an der Wasseroberfläche ans rettende Ufer geschleppt werden.

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Voraussetzungen:

Anforderung der Leitstelle Wien oder von Notruf Nö zu einer Wasserrettung in freiem Gewässer (Donau, Alte und Neue Donau, Schotter- bzw. Badeteich) mit Status des Patienten im oder unter Wasser. Der NAH muss sich im Grossraum Wien befinden, damit die Aufnahme des Einsatztauchers sinnvoll ist. Bei Unklarheiten sind Details zwischen Leitstelle und NAH- Besatzung vor dem Einsatz abzuklären.

Wichtig: es ist durch die Leitstellen zu beurteilen, ob die Voraussetzungen für eine Wasserbergung zutreffen (Grösse des Gewässers, Person noch im und nicht ausserhalb des Wassers).

Alarmierung des NAH bzw. Alarmierung des Tauchers:

Der NAH wird durch die Leitstelle normal mittels Pager alarmiert, wobei die Leitstelle zusätzlich den NAH informiert, dass es sich bei dem Einsatz um eine Wasserbergung handelt. Der bereitstehende Einsatztaucher der Wiener Berufsfeuerwehr wird von der NAH- Besatzung (Pilot oder HCM) über Handy unmittelbar nach dem Alarm bzw. vor dem Start des NAH alarmiert. Dazu gibt es ein Bereitschaftshandy der Feuerwehrtaucher in der Hauptfeuerwache Leopoldstadt, dessen Nummer sowohl im Pilotenhandy als auch im HCM- Handy unter FW Taucher eingespeichert ist.

Tätigkeiten vor dem Abflug:

Der HCM legt das Sicherungsgeschirr an und bereitet die Selbstsicherung vor. Die Einsatzrucksäcke und der Feuerlöscher im Kabinenteil werden auf der Trage festgeschnallt und fixiert. Der Notarzt nimmt am Copilotensitz, der HCM am Sitz des Notarztes Platz. Der Notarzt unterstützt den Piloten bei der Luftraumbeobachtung und meldet alle Gegebenheiten, welche die Sicherheit der Bergeaktion beeinträchtigen könnten.

Anflug zur Abholung des Tauchers:

Unmittelbar nach dem Start wird auf dem FM-2 Funkgerät der Kanal 206 (entspricht Feuerwehrkanal 5) eingestellt, somit kann auch im Anflug bereits zwischen NAH und Tauchern kommuniziert werden. Der HCM bereitet im Flug die Verankerung und die Selbstsicherung vor, sichert alle Gegenstände in der Kabine und bereitet diese für die Wasserbergung vor.

Abholung des Tauchers:

Der Einsatztaucher wird am Landeplatz der Hauptfeuerwache Leopoldstadt, 1020 Wien, Engerthstrasse 216 aufgenommen. Der Taucher besteigt in voller Einsatzausrüstung den NAH und wird beim Anschnallen vom HCM unterstützt. Sobald die Kabine abflugbereit gemeldet wird, startet der NAH unverzüglich zum Notfallort.

Ausnahme bei der Aufnahme des Einsatztauchers:

Wenn die Feuerwehrtaucher bei einem Notfall bereits vor Ort sind und der NAH nachgefordert wird, dann ist der Einsatztaucher nicht in der Feuerwache Leopoldstadt sondern am Notfallort direkt aufzunehmen. Absprachen über den genauen Aufnahmeplatz haben über Funk (FM-2 Kanal 206 bzw. Feuerwehrkanal 5) zu erfolgen

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