Dienstbetrieb Spezielle Orte

Gibt es einen Dolmetscherdienst?

Natürlich erreichen uns Anrufe und vor allem Notrufe auch von fremdsprachigen Anrufen, die sich in unserem Einsatzgebiet aufhalten. In der Leitstelle sind zu jeder Zeit Mitarbeiter verfügbar und auch in unseren Telefonansichten speziell gekennzeichnet, die Abfragen in Englisch durchführen können. Für viele andere Sprachen benötigen wir aber die Unterstützung von Übersetzern.

Wie läuft es ab?

Im Fall des Falles wird der Übersetzer auf seinem eigenen Handy kontaktiert und hilft und unterstützt uns, mit dem fremdsprachigen Anrufer zu kommunizieren. Mit Hilfe einer vom Einsatzleitsystem automatisch hergestellten Telefonkonferenzschaltung können die Fragen und Antworten rasch übersetzt werden und so die nötige Hilfe kann auch bei anfänglichen Verständigungsschwierigkeiten rasch entsendet werden.
Die Aufgabe ist das Übersetzen der Fragen des Calltakers und der Antworten des Anrufers, das Gespräch führt nach wie vor unser Calltaker!
Falls der Übersetzer zu diesem Zeitpunkt gerade nicht kann oder will, oder sich im Ausland befindet und deshalb hohe Roaming-Gebühren anfallen würden, oder der Akku gerade leer wird – bitte einfach nicht abheben, es besteht dazu keinerlei Verpflichtung. Wir kontaktieren dann einfach einen anderen Übersetzer.

 

Wie viele Dolemtscher gibt es und für welche Sprachen?

Derzeit stehen uns knapp 40 Dolmetscher für die Sprachen Französisch, Italienisch, Spanisch, Ungarisch, Russisch, Serbokroatisch, Kroatisch, Slowakisch, Tschechisch, Polnisch, Rumänisch und Türkisch zur Verfügung.

 

Kann ich mich auch für den Dolmetscherdienst melden?

Klar. Wir suchen RettungsdienstmitarbeiterInnen, die eine der folgenden Sprachen (muttersprachlich) fließend sprechen: Chinesisch, Japanisch, Türkisch, Russisch, Ungarisch, Tschechisch, Slowakisch, Slowenisch, Französisch, Spanisch und Italienisch. Schulkenntnisse alleine reichen leider nicht …

Wer Interesse hat und dazu unentgeltlich bereit ist, melde sich bitte unter info@144.at . Weitere Details folgen dann direkt via Email.

 

Gibt es da auch Zusammenarbeit mit der Polizei?

Die Polizei betriebt sogenannte Kooperationszentren (gemeinsame Polizeiposten), an denen jeweils Polizisten der beiden dort angrenzenden Staaten gemeinsam Dienst versehen und 24 Stunden rund um die Uhr erreichbar sind. So ist es auch für uns auf einfache Art möglich, Events, Wünsche oder Probleme im jeweils anderen Land weiterzugeben bzw. diese Anliegen zu lösen.

  • Am Grenzpolizeiposten Drasenhofen (N) gibt es ein Kooperationsbüro mit Tschechien
  • Am Grenzpolizeiposten Kittsee (B) gibt es ein Kooperationsbüro mit Slowakei
  • Am Grenzpolizeiposten Nickelsdorf (B) gibt es ein Kooperationsbüro mit Ungarn
  • Am Grenzpolizeiposten Thörl-Maglern (K) gibt es ein Kooperationsbüro mit Italien und Slowenien

In unserem Einsatzleitsystem sind diese Grenzpolizeiposten natürlich eingepflegt und auch unter den Dolmetscherfiltern sind diese Erreichbarkeiten unter der jeweilige Sprache leicht zu finden.

 

Hinweise zum Ablauf einer Telefondolmetschung für DolmetscherInnen

  1. Heben Sie bei Anruf der Leitstelle umgehend ab, sofern es Ihnen möglich ist.
  2. Suchen Sie sich einen ruhigen Ort und vermeiden Sie laute Hintergrundgeräusche.
  3. Verwenden Sie – sofern möglich – ein Headset, um Ihre Hände frei zu haben. Nehmen Sie Notizen. Halten Sie dafür Papier und Stift bereit. Alternativ können Sie bei angemessener Sprachqualität und der Abwesenheit weiterer Personen auch den Lautsprecher Ihres Telefons einschalten.
  4. Lassen Sie sich die Situation von der Leitstellenmitarbeiterin / dem Rettungsdienst kurz schildern.
  5. Warten Sie, bis Sie informiert werden, dass die Notfallmelderin / die Patientin Sie hören kann.
  6. Stellen Sie sich kurz mit Namen und Funktion vor und übergeben Sie das Wort an die Leitstellenmitarbeiterin / den Rettungsdienst. Er/Sie leitet das Gespräch!
  7. Prägen Sie sich die Fragen der Leitstellmitarbeiterin / des Rettungsdienstes gut ein und liefern Sie zügig passende Antworten.
  8. Versuchen Sie dabei den Wortlaut der Patientin so genau wie möglich auf Deutsch wiederzugeben.
  9. Erklären Sie notfalls kulturell geprägte Redewendungen, sofern sie Ihnen bekannt sind.
  10. Machen Sie die Leitstellenmitarbeiterin/ den Rettungsdienst darauf aufmerksam, falls Sie im Hintergrund etwas Notfallbezogenes hören.
  11. Sprechen Sie klar, deutlich und mit ruhiger Stimme, sodass Sie alle Gesprächspartnerinnen verstehen können.
  12. Dolmetschen Sie die Notfallmelderin / die Patientin aus der ersten Person (z.B. „Ich habe Bauchweh.“)
  13. Stellen Sie Rückfragen, falls Sie etwas nicht verstanden haben oder bitten Sie die Gesprächspartnerinnen etwas zu wiederholen, falls Sie sich nicht sicher sind.
  14. Führen Sie keine Nebengespräche mit der Leitstellenmitarbeiterin / dem Rettungsdienst.
  15. Verabschieden Sie sich am Ende des Telefongesprächs.

 

Hinweise zum Umgang mit TelefondolmetscherInnen für LeitstellenmitarbeiterInnen

  1. Kontaktieren Sie gemäß ihrer Vorgaben die Telefondolmetscherin für die gewünschte Sprache.
  2. Schildern Sie der Telefondolmetscherin kurz, worum es im Notrufgespräch gehen wird.
  3. Geben Sie der Telefondolmetscherin Bescheid, sobald die Notfallmelderin in der Leitung ist.
  4. Die Telefondolmetscherin wird sich nun kurz bei der Notfallmelderin vorstellen. Nach dieser Vorstellung können Sie das Gespräch wieder aufnehmen.
  5. Sprechen Sie klar und deutlich, sodass Sie die Telefondolmetscherin verstehen kann.
  6. Vermeiden Sie laute Hintergrundgeräusche (z.B. ein zu lautes Tippen auf der Computertastatur)! Diese können den Dolmetschvorgang deutlich erschweren!
  7. Adressieren Sie die Notfallmelderin direkt (z.B. „Sagen Sie mir, was passiert ist!“). Benutzen Sie keine indirekte Rede (z.B. „Fragen Sie ihn, ob sie …“).
  8. Seien Sie darauf vorbereitet, dass die Telefondolmetscherin Rückfragen haben kann bzw. teilweise erhaltene Informationen verifizieren wird.
  9. Führen Sie keine Nebengespräche mit der Telefondolmetscherin.
  10. Geben Sie der Telefondolmetscherin kurz vor dem Auflegen Bescheid, dass die Verbindung nun getrennt wird.
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