Impfung

Betriebliche Impfstraßen

Der vorliegende Impfplan der Bundesregierung ist die verbindliche Leitlinie für die impfenden Stellen in Österreich. Die angeführten Priorisierungen basieren auf der Grundlage der medizinisch-fachlichen Empfehlungen durch das nationale Impfgremium (NIG) und sind im Rahmen der faktischen Möglichkeiten und der logistischen Notwendigkeiten sowie der effizienten Nutzung der vorhandenen Impfstoffe umzusetzen. 

Impfung im betrieblichen Umfeld für Mitarbeiter, Kunden und ggf. Angehörige können demnach in Phase 3 stattfinden. Eine Priorisierung einzelner Branchen oder eine Vorreihung von bestimmten Betrieben ist nicht vorgesehen.

Grundsätzlich gibt es für sie und ihre Mitarbeiter 2 Möglichkeiten geimpft zu werden:

  1. Individuelle Anmeldung auf www.impfung.at
    • Es steht jeder Person mit gewöhnlichem Aufenthalt oder Arbeitsplatz in Niederösterreich frei, eine Vorregistrierung vorzunehmen und dann, sobald die individuell zutreffende Personengruppe freigeschaltet wird, auch einen Termin an einer öffentlichen Impfstelle zu buchen. Möglicherweise erhalten Einzelpersonen aufgrund des Alters oder des persönlichen Risikos früher einen Impftermin als über eine betriebliche Impfaktion.
  2. Einrichten von betrieblichen Impfstellen
    • Sie können in der Phase 3 für ihr Unternehmen, je nach Größe und Struktur, eine oder mehrere betriebliche Impfstellen einrichten und betreiben. Es ist auch möglich, für mehrere benachbarte Betriebe eine gemeinsame Impfstelle in einem Betriebs-  oder Industriegebiet, einem Gewerbepark oder einer Gemeinde zu betrieben. Wir empfehlen betriebliche Impfstellen ab einem Bedarf von zumindest 50 Personen zu planen. Gemeinsam mit der Wirtschaftskammer NÖ wurde eine Strategie für innerbetriebliche Impfungen erstellt. Die Administration läuft über die Wirtschaftskammer NÖ in Kooperation mit Notruf NÖ. Die Daten aller Unternehmen, die sich in den letzten Wochen über unsere Anmeldeseite registriert haben, wurden bereits an die Wirtschaftskammer NÖ weitergeleitet.
      Hier klicken für weitere Informationen und Anmeldung auf der Seite der WKNÖ.

Für betriebliche Impfstellen gelten folgende Rahmenbedingungen:

  • Der oder die Betrieb(e) benennt einen Impfkoordinator pro Impfstelle. Der Impfkoordinator ist in weiterer Folge unser Ansprechpartner für die weiter Planung und Durchführung. Der Impfkoordinator benötigt keine medizinische Ausbildung, grundlegendes medizinisches bzw. pharmazeutisches Wissen ist aber von Vorteil.
  • Der Betrieb muß gemeinsam mit dem Impfkoordinator die Impfaktion planen, durchführen und das erforderliche medizinische Personal für die Impftage selbst bereitstellen.
  • Je nach Verfügbarkeit des Impfstoffes und zentraler Vorgabe wird mit dem Impfkoordinator rechtzeitig der mögliche Zeitraum der Impfungen bekanntgegeben. Die konkrete Terminplanung obliegt dem jeweiligen Betrieben selbst. Abhängig vom geplanten Impfstoff ergibt sich die Zeitspanne für die 2. Teilimpfung, die unbedingt gleich mitgeplant werden sollte. Die Zeiträume bewegen sich derzeit zwischen 3 und 11 Wochen.
  • Die Impfung muß verpflichtend im e-Impfpass dokumentiert werden, Informationen dazu finden Sie HIER
  • Für eine größere Personenanzahl stellen wir bei Bedarf ein zentrales Buchungssystem zur Verfügung, über das ihre Mitarbeiter und andere von ihnen authorisierte Personen Termine für ihre eigenen Impfstellen buchen können. 

Wer darf impfen?

Jede Ärztin und jeder Arzt in Österreich, auch pensioniert und unabhängig von dessen Spezialgebiet, ist dazu berechtigt, die Impfung zu verabreichen. Auch Medizinstudentinnen und -studenten ist dies in einem strukturierten Setting unter ärztlicher Anleitung und Aufsicht ebenfalls erlaubt. Zusätzlich dürfen auch diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger sowie Rettungssanitäterinnen und -sanitäter nach einer schriftlichen ärztlichen Anordnung und Anwesenheit eines Arztes Covid-19 Impfungen verabreichen. Sie können also ihre Impfung individuell mit lokalen Ärzten, Arbeitsmedizinern, ihrem Betriebsarzt etc. planen.

Wie und wie lange kann der Impfstoff gelagert werden?

Alle bisher verwendeten Impfstoffe müssen bei ihnen durchgehend bei 2-8° Celsius gelagert werden. Dazu ist ein handelsüblicher Kühlschrank grundsätzlich ausreichend, eine Temperaturüberwachung mittels Thermologger, etc. ist wünschenswert. Abhängig vom Impfstoff kann die Haltbarkeit ab Auslieferung etwa 100 Stunden bis zu 6 Monate betragen. Ja nach Impfstoff ist also möglicherweise nur ein enges Zeitfenster für die Impfungen vorhanden.

Wer trägt die Kosten?

Für Impfstraßen (auch betriebliche Impfstraßen) wird ein Pauschalhonorar von 150€/h für Ärzte, 55€/h für Diplomplfegepersonen und 20€/h für administratives Personal abgegolten.Das Honorar kann von den jeweils tätigen Personen über eine Standardformular direkt mit der NÖ Landesregierung abgerechnet werden.

Wer muß bzw. darf die Impfaufklärung durchführen?

Die Aufklärung ist eine ärztliche Aufgabe. Es empfiehlt sich den zu impfenden Personen bereits im Vorfeld den Standard-Aufklärungs- und Einwilligungsbogen und Informationen zur Impfung auszuhändigen und ausfüllen zu lassen. Falls hier noch Fragen offen bleiben können diese vor Ort vom Arzt beantwortet werden.

Wie viele Personen können pro Stunde geimpft werden?

Nach unserer Erfahrung sind mit einem Impfteam von 3 Personen (Administration und Eintragung in den e-Impfpass, Aufziehen und Vorbereiten der Impfungen, Durchführung der Impfung) etwa 30 Person pro Stunde möglich. Durch den Einsatz mehrerer Impfteams läßt sich die Anzahl für große Impfstellen beliebig erhöhen.

Welches Material ist erforderlich?

Mit der Impfung werden alle unmittelbar erforderlichen medizinischen Verbrauchsmaterialien mitgeliefert (Spritzen, Nadeln, etc.). Andere Materialien wie persönliche Schutzausrüstung, Hände- und Hautdesinfektionsmittel, Pflaster, Abwurfbehälter für Spitzmüll, medizinische Notfallausrüstung etc. müssen durch die Impfstelle bzw. den verantwortlichen Arzt zur Verfügung gestellt werden.

In welchen Räumlichkeiten kann geimpft werden?

Grundsätzlich sind alle sauberen Räume für Impfungen geeignet, z.B. Ordination des Betriebsarztes, aber für größere Impfaktionen auch Vortragsräume oder Speisesäle.

Was muß hinsichtlich Impfreaktionen beachtet werden?

Je nach Impfstoff KANN es nach der ersten, aber vor allem nach der 2.Teilimpfung zu einer Impfreaktion mit Fieber, Kopfschmerzen, Muskel und Gelenksschmerzen, etc. kommen. Diese Impfreakation beginnt üblicherweise am Tag nach der Impfung und hält 24-48h an. Bei Personen mit Tätigkeiten an Maschinen oder Fahrzeugen KANN die Konzentration und die sichere Bedienung der Arbeitsmittel dadurch beeinträchtigt sein.