Impfung-Organisatorisches

Organisation einer PopUp-Impfstraße

Neben den Impfstellen in Impfzentren, den Impfbussen, den Ordinationen und in Betrieben gibt es auch die Möglichkeit als Gemeinde eine regelmäßige PopUp-Impfstraße durchzuführen und an fixen Tagen eine Impfstelle selbst zu betreiben.

Sollte die Impfaktion nur für Mitarbeiter/innen eines Unternehmens angeboten werden, handelt es sich dabei um eine betriebliche Impfaktion, nähere Informationen dazu finden Sie HIER.

PopUp-Impfstraßen sind regelmäßige Impfstraßen, die über mehrere Wochen mehrmals pro Woche in Betrieb sind, keine punktuellen Impfaktionen!

Für punktuelle, einmalige oder auch mehrmalige unregelmäßige Impfaktionen stehen gerne die Impfbusse zur Verfügung ….

Für PopUp-Impfstraßen gelten folgende Rahmenbedingungen:

  1. PopUp-Impfstraßen müssen wöchentlich an zumindest zwei gleichbleibenden Wochentagen jeweils zumindest vier Stunden am gleichen Standort in Betrieb sein. Möglich ist Montag bis Sonntag.
    • Beispiel 1: In der Gemeinde XY ist immer am Donnerstag von 15-20 Uhr und am Samstag von 9-14 Uhr Impfbetrieb.
    • Beispiel 2: In der Gemeinde AB ist immer am Mittwoch und Freitag von 14 bis 20 Uhr Impfbetrieb
    • Beispiel 3: In der Gemeinde YZ ist immer am Donnerstag von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag von 9 bis 17 Uhr Impfbetrieb
  2. Der Betrieb muss über mehrere (zumindest vier) Wochen durchgehend im gleichen Rhythmus garantiert werden.
  3. Im Umkreis von 10km rund um ein NÖ-Landesimpfzentrum ist keine PopUp-Impfstraße möglich, genauso in unmittelbarer Nachbarschaft einer bereits bestehenden PopUp-Impfstraße.
  4. Als Mindestmaß gilt, dass pro Impfstraße und Tag zumindest 100 oder mehr Personen geimpft werden. Eine Anmeldung der Impfwilligen für eine PopUp-Impfstraße ist nicht vorgesehen, interessierte Personen kommen einfach vorbei.
  5. Die verantwortliche und durchführende Organisation ist in jedem Fall eine Gemeinde, diese benennt einen Gemeinde-Impfkoordinator und einen verantwortlichen Impfarzt.
    • Dieser Gemeinde-Impfkoordinator ist in weiterer Folge unser Ansprechpartner für die Planung und Durchführung der PopUp-Impfstraße.
      • Der lokale Gemeinde-Impfkoordinator benötigt keine medizinische Ausbildung, grundlegendes medizinisches bzw. pharmazeutisches Wissen ist aber von Vorteil.
      • Die Gemeinde muss gemeinsam mit dem Gemeinde-Impfkoordinator die PopUp-Impfstraße planen, durchführen und das erforderliche organisatorische und medizinische Personal für die Impftage selbst bereitstellen.
    • Der verantwortliche Impfarzt ist verantwortliche für die zeitgerechte Bestellung des Impfstoffes direkt bei der BBG und die Dokumentation der Impfungen
  6. Die finale Zusage für die Durchführung kommt einzig von Notruf NÖ !!!! Zuvor dürfen keine Termine oder Ankündigungen publiziert werden.

Wie ist der organisatorische Ablauf?

  1. Gemeinde plant PopUp-Impfstraße über zumindest 4 Wochen an zumindest 2 Wochentagen
  2. Gemeinde sucht sich verantwortlichen Impfarzt
  3. Gemeinde meldet Impfaktion bei uns via Online-Kontaktformular

Nach positiver Bestätigung durch Notruf NÖ:

  1. Impfarzt bestellt rechtzeitig im e-Shop der BBG den benötigten Impfstoff
  2. Impfaktion findet statt und wird im e-Impfpass entsprechend dokumentiert
  3. Abrechnung der Personalkosten direkt mit Land NÖ – Abteilung GS4

Wer darf impfen?

Jede Ärztin und jeder Arzt in Österreich, auch pensioniert und unabhängig von dessen Spezialgebiet, ist dazu berechtigt, die Impfung zu verabreichen. Auch Medizinstudentinnen und -studenten ist dies in einem strukturierten Setting unter ärztlicher Anleitung und Aufsicht ebenfalls erlaubt. Zusätzlich dürfen auch diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger sowie Rettungssanitäterinnen und -sanitäter nach einer schriftlichen ärztlichen Anordnung und Anwesenheit eines Arztes Covid-19 Impfungen verabreichen. Sie können also ihre Impfung individuell mit lokalen Ärzten, Arbeitsmedizinern, ihrer Rettungsorganisation oder anderen Fachkräften planen.

Wer muss bzw. darf die Impfaufklärung durchführen?

Die Aufklärung ist eine ärztliche Aufgabe. Es empfiehlt sich den zu impfenden Personen bereits im Vorfeld den Standard-Aufklärungs- und Einwilligungsbogen sowie Informationen zur Impfung auszuhändigen und ausfüllen zu lassen. Falls hier noch Fragen offen bleiben können diese vor Ort vom Arzt beantwortet werden.

Welcher Impfstoff kommt wo zum Einsatz?

Es werden die Impfstoffe von Pfizer/Biontech , Moderna und Novavax verwendet. Ab der 3.Dosis kommen ausschließlich Pfizer/Biontech und Moderna zum Einsatz, unabhängig davon, welche Produkte im Rahmen der primären Impfserie verabreicht wurden, wobei nach Möglichkeit und Verfügbarkeit eine homologe Impfserie (gleicher Impfstoff bei allen Impfungen) durchgeführt wird. Kinder und Jugendliche bekommen ausschließlich den Impfstoff von Pfizer/Biontech.

Sie bekommen in jedem Fall einen Impfstoff, der für ihre individuelle Situation vom  Nationalen Impfgremium  vorgesehen und empfohlen ist.

Wann erfolgt die Bestellung und die Anlieferung des Impfstoffes?

Der verantwortliche Impfarzt bestellt SELBST DIREKT den Impfstoff bei der BBG. Alle Infos dazu finden Sie HIER KLICKEN

Was passiert mit Impfstoff der bei einer Impfaktion “überbleibt”?

Nach Möglichkeit ist der Impfstoff komplett zu verimpfen. Der Impfstoff ist zu kostbar, als dass er auf Grund der begrenzten Haltbarkeit verworfen werden sollte.

Nicht angebrochene Impfstoff-Vials die noch mindestens zwei Wochen haltbar sind und das nicht verbrauchte mitgelieferte Material (Spritzen,…) einer Impfaktion müssen ehest nach dem Ende der Impfaktion zu den Öffnungszeiten im nähesten NÖ-Landesimpfzentrum retourniert werden! Wichtig ist dabei natürlich, dass die Impfstoffe durchgehend bei 2-8° Celsius gelagert werden.

Sollte dennoch Impfstoff verworfen werden müssen oder ablaufen, ist dies vom verantwortlichen Impfarzt selbst mittels entsprechendem Verwurfsformular im BBG e-Shop zu dokumentieren.

Wie viele Personen können bzw. müssen pro Stunde geimpft werden?

Nach unserer Erfahrung sind mit einem Impfteam von 3 Personen (Administration und Eintragung in den e-Impfpass, Aufziehen und Vorbereiten der Impfungen, Durchführung der Impfung) etwa 30 Person pro Stunde möglich. Durch den Einsatz mehrerer Impfteams lässt sich die Anzahl für große Impfstraßen natürlich erhöhen. Für den Kostenersatz von einer Arbeitsstunde müssen mindestens 15 Personen geimpft werden.

Bei der Impfstraße sollten pro Tag und pro Arzt zumindest 100 oder mehr Personen geimpft werden. Sollten gesamt weniger als 30 Personen geimpft werden, können maximal zwei Arbeitsstunden verrechnet werden. Darüber hinaus müssen pro verrechnete Stunde mindestens 30 Personen geimpft werden.

In welchen Räumlichkeiten kann geimpft werden?

Grundsätzlich sind alle sauberen Räume oder Gebäude für Impfungen geeignet, z.B. Schulen, Veranstaltungssäle, etc.

Wie kann die Abrechnung bzw. Bezahlung des Personals abgewickelt werden?

Möglichkeit 1: Verrechnung mit Sozialversicherungsträger

Der Impfarzt meldet für die Dauer der Impfstraße eine Zweitordination an und verrechnet gemäß den Richtlinien die Einzelimpfungen. Von diesem Stichhonorar sind alle restlichen Aufwendungen zu bestreiten.

Möglichkeit 2: Verrechnung mit Land Niederösterreich

Wenn die Impfstraße nicht als Zweitordination des Impfarztes abgewickelt wurde, kann die verantwortliche Gemeinde die Personalkosten entsprechend der Richtlinie des COVID-19-Zweckzuschussgesetzes beim Land NÖ gesammelt zur Verrechnung anmelden.

Wie wird das mit wem abgerechnet?

Abrechnung – Einzelimpfungen

Alle Informationen zur Einzelabrechungen erhalten Sie gerne auch direkt bei Ihrer NÖ-Ärztekammer.

  • Die Abrechnung der Impfungen in den Ordinationen erfolgt über Abrechnungspositionen direkt mit der sozialen Krankenversicherung
    • Impfung 1: Positionsnummer COVI1 – Vergütung 25 Euro
    • Impfung 2: Positionsnummer COVI2 – Vergütung 20 Euro
    • Impfung 3: Positionsnummer COVA1 – Vergütung 20 Euro
    • Impfung 4: Positionsnummer COVA2 – Vergütung 20 Euro
  • Auch Wahlärztinnen und Wahlärzten rechnen das lmpfhonorar im Wege der sozialen Krankenversicherung ab.
  • Für in Österreich nicht pflichtversicherte Personen gibt es ebenfalls eine Abrechnungsmöglichkeit über die soziale Krankenversicherung.

Abrechnung – Impfstellen

Es werden grundsätzlich nur Personalkosten abgegolten, keine Kosten für Lokalität, etc.
Folgende Höchststundensätze kommen zur Anwendung, wenn in einer registrierten Impfstelle viele Personen geimpft werden und dabei keine Abrechnung über die Sozialversicherung erfolgen kann, z.B. in einem Alten- und Pflegeheim, in einer Behinderteneinrichtung, bei einer Impfstelle auf einem Gemeindeamt etc.

  • Höchststundensatz für Ärzte von € 150.- pro Stunde
  • Höchststundensatz für Turnusärzte von € 90.- pro Stunde.
  • Höchststundensatz für medizinisches Personal € 55.- pro Stunde
  • Höchststundensatz für sonstiges externes Personal €25.- pro Stunde

In den Höchststundensätzen sind alle gesetzlichen Abgaben und sozialversicherungsrechtlichen Beiträge enthalten. Bei der Beschäftigung des gesamten Personals sind die allgemeinen arbeitsrechtlichen, sozialrechtlichen und steuerrechtlichen Bestimmungen einzuhalten. Die Beschaffung, Auftragsabwicklung, eventuelle Anstellung und Entlohnung des Personals sowie die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen obliegt bei PopUp-Impfstraßen der organisierenden Gemeinde.

Die Abrechnung kann einmal im Monat über ein Formular direkt mit dem Land NÖ – Abteilung GS4 erfolgen. Bitte übermitteln Sie die Honorarnote samt den Arbeitszeitbestätigungen bis spätestens 10. des Folgemonats an post.gs4@noel.gv.at mit Betreff “COVID-19-Impfhonorar”. Die Einrichtungen werden in diesen Fällen nicht damit befasst und die Auszahlung geht auf direktem Weg.

Die Abrechnung der Höchststundensätze bei Pop-Up Impfstellen erfolgt über die Gemeinde durch den Gemeinde-Impfkoordinator der Gemeinde.

Wo melde ich mich, wenn ich eine Impfstraße organisieren möchte?

Bitte beachten Sie, dass es aus logistischen Gründen unbedingt notwendig ist, zumindest zwei Wochen vor dem Start der geplanten Impfstraße die Abstimmung mit uns erfolgen muss. Nur so kann garantiert werden, dass auch ausreichend Impfstoff zur Verfügung gestellt werden kann.

Senden Sie bitte untenstehendes Kontaktformular an uns. Wir melden uns dann umgehend bei Ihnen via Email. Danke!


Kontaktformular:


    Was ist das Nationale Impfgremium?

    Beim Nationalen Impfgremium handelt es sich um eine Kommission laut §8 Bundesministeriengesetz zur fachlichen Beratung des für Gesundheit zuständigen Ministers. Es setzt sich aus Expertinnen und Experten, die jeweils einen oder mehrere der folgenden fachlichen Bereiche abdecken, zusammen: Allgemeinmedizin, Arzneimittelzulassung, Epidemiologie, Immunologie, Infektiologie, Mikrobiologie, öffentliche Gesundheit, Pädiatrie, Pharmakovigilanz, Präventivmedizin, Public Health, Reise-/Tropenmedizin, schulärztlicher Dienst, Vakzinologie, Virologie, sowie Bedienstete der Impfabteilung des Gesundheitsministeriums und Vertreter der Landessanitätsdirektionen.

    Alle Mitglieder des Nationalen Impfgremiums verfügen über wissenschaftliche Kenntnisse und praktische Erfahrung im jeweiligen Fachbereich und üben ihre Tätigkeit persönlich, unabhängig und unentgeltlich aus. Laut derzeit gültiger Geschäftsordnung besteht das Impfgremium aus mindestens 8 ständigen Mitgliedern für die Dauer der Funktionsperiode. Jede Funktionsperiode ist mit drei Jahren begrenzt. Zusätzlich können Expertinnen und Experten für spezielle Fragestellung kooptiert und zu den Sitzungen eingeladen werden.

    Das Nationale Impfgremium hat schon bisher in der Coronakrise sehr umsichtig, wissenschaftlich fundiert und wohl überlegt seine Empfehlungen ausgesprochen, die sich teilweise auch von Richtlinien und Meinungen ähnlicher Gremien (anderer Staaten) bewusst unterschieden haben. Nicht zuletzt dieses besonnene Vorgehen unseres NIG hat maßgeblich zum Erfolg unserer Impfkampagne in Niederösterreich beigetragen.