Impfung-Organisatorisches

Organisation einer PopUp-Impfstraße

Neben den Impfstellen in Impfzentren, den Impfbussen, den Ordinationen und in Betrieben gibt es auch die Möglichkeit als Gemeinde eine regelmäßige PopUp-Impfstraße durchzuführen und an fixen Tagen eine Impfstelle selbst zu betreiben.

Sollte die Impfaktion nur für Mitarbeiter/innen eines Unternehmens angeboten werden, handelt es sich dabei um eine betriebliche Impfaktion, nähere Informationen dazu finden Sie HIER.

POP-UP-Impfstraßen sind regelmäßige Impfstraßen, die zumindest über sechs Wochen mehrmals pro Woche in Betrieb sind. Keine punktuellen Impfaktionen !!

Für punktuelle, einmalige oder auch mehrmalige unregelmäßige Impfaktionen stehen gerne die Impfbusse zur Verfügung ….

Für PopUp-Impfstraßen gelten folgende Rahmenbedingungen:

  • PopUp-Impfstraßen müssen wöchentlich an zumindest zwei gleichbleibenden Wochentagen jeweils zumindest vier Stunden am gleichen Standort in Betrieb sein. Möglich ist Montag bis Sonntag.
    • Beispiel 1: In der Gemeinde XY ist immer am Donnerstag von 15-20 Uhr und am Samstag von 9-14 Uhr Impfbetrieb.
    • Beispiel 2: In der Gemeinde AB ist immer am Mittwoch und Freitag von 14 bis 20 Uhr Impfbetrieb
    • Beispiel 3: In der Gemeinde YZ ist immer am Donnerstag von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag von 9 bis 17 Uhr Impfbetrieb
  • Der Betrieb muss über zumindest sechs Wochen durchgehend im gleichen Rhythmus garantiert werden.
  • Im Umkreis von 10km rund um ein NÖ-Landesimpfzentrum ist keine PopUp-Impfstraße möglich, genauso in unmittelbarer Nachbarschaft einer bereits bestehenden PopUp-Impfstraße.
  • Als Mindestmaß gilt, dass pro Impfstraße und Tag zumindest 120 oder mehr Personen geimpft werden.
  • Die verantwortliche und durchführende Organisation ist in jedem Fall eine Gemeinde, diese benennt einen Gemeinde-Impfkoordinator.
    • Dieser Gemeinde-Impfkoordinator ist in weiterer Folge unser Ansprechpartner für die Planung und Durchführung der PopUp-Impfstraße.
    • Der lokale Gemeinde-Impfkoordinator benötigt keine medizinische Ausbildung, grundlegendes medizinisches bzw. pharmazeutisches Wissen ist aber von Vorteil.
    • Die Gemeinde muss gemeinsam mit dem Gemeinde-Impfkoordinator die PopUp-Impfstraße planen, durchführen und das erforderliche organisatorische und medizinische Personal für die Impftage selbst bereitstellen.
  • Die finale Zusage für die Durchführung kommt einzig von Notruf NÖ !!!! Zuvor dürfen keine Termine oder Ankündigungen publiziert werden.
  • Eine Anmeldung der Impfwilligen für eine PopUp-Impfstraße ist nicht vorgesehen, interessierte Personen kommen einfach vorbei.
  • Die Impfung muss verpflichtend mittel Web-APP-Lösung von Notruf NÖ im e-Impfpass dokumentiert werden, Informationen dazu finden Sie HIER

Wer darf impfen?

Jede Ärztin und jeder Arzt in Österreich, auch pensioniert und unabhängig von dessen Spezialgebiet, ist dazu berechtigt, die Impfung zu verabreichen. Auch Medizinstudentinnen und -studenten ist dies in einem strukturierten Setting unter ärztlicher Anleitung und Aufsicht ebenfalls erlaubt. Zusätzlich dürfen auch diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger sowie Rettungssanitäterinnen und -sanitäter nach einer schriftlichen ärztlichen Anordnung und Anwesenheit eines Arztes Covid-19 Impfungen verabreichen. Sie können also ihre Impfung individuell mit lokalen Ärzten, Arbeitsmedizinern, ihrer Rettungsorganisation oder anderen Fachkräften planen.

Wer muss bzw. darf die Impfaufklärung durchführen?

Die Aufklärung ist eine ärztliche Aufgabe. Es empfiehlt sich den zu impfenden Personen bereits im Vorfeld den Standard-Aufklärungs- und Einwilligungsbogen sowie Informationen zur Impfung auszuhändigen und ausfüllen zu lassen. Falls hier noch Fragen offen bleiben können diese vor Ort vom Arzt beantwortet werden.

Welcher Impfstoff kommt wo zum Einsatz?

Es werden für 1.,2. und 3. Dosis die mRNA-Impfstoffe (Pfizer/Biontech oder Moderna) verwendet. Bei der 3. Dosis unabhängig davon, welche Produkte im Rahmen der primären Impfserie verabreicht wurden, wobei nach Möglichkeit und Verfügbarkeit eine homologe Impfserie (gleicher Impfstoff bei allen Impfungen) durchgeführt wird. Kinder und Jugendliche bekommen ausschließlich den Impfstoff von Pfizer/Biontech.

Sie bekommen immer einen Impfstoff, der für ihre individuelle Situation vom Nationalen Impfgremium vorgesehen und empfohlen ist.

Wann erfolgt die Anlieferung des Impfstoffes?

In der Regel am Nachmittag des Vortages des ersten wöchentlichen Impftages. Keine Anlieferungen erfolgen an Sonn- und Feiertagen.

Wie und wie lange kann der Impfstoff gelagert werden?

Alle verwendeten Impfstoffe müssen bei ihnen durchgehend bei 2-8° Celsius gelagert werden. Dazu ist ein handelsüblicher Kühlschrank grundsätzlich ausreichend, eine Temperaturüberwachung mittels Thermologger ist wünschenswert, jedenfalls muss die durchgehende Kühlung dokumentiert werden. Abhängig vom Impfstoff beträgt die Haltbarkeit ab Auslieferung mindestens 30 Tage.

Welches Material ist erforderlich?

Mit der Impfung werden alle unmittelbar erforderlichen medizinischen Verbrauchsmaterialien mitgeliefert (Spritzen, Nadeln, etc.). Andere Materialien wie persönliche Schutzausrüstung, Hände- und Hautdesinfektionsmittel, Pflaster, Abwurfbehälter für Spitzmüll, medizinische Notfallausrüstung etc. müssen durch die Impfstelle bzw. den verantwortlichen Arzt zur Verfügung gestellt werden. Hierzu können Sie sich unter anderem an die Lohmann & Rauscher GmbH wenden (bestellung.l+r@at.lrmed.com; Tel.:+431 576 70 400).

Was passiert mit ungebrauchtem Impfstoff?

Nicht angebrochene Impfstoff-Vials und das nicht verbrauchte mitgelieferte Material (Spritzen,…) müssen sofort am Folgetag nach dem Ende der Impfaktion im nähesten NÖ-Landesimpfzentrum retourniert werden! Wichtig ist dabei natürlich, dass die Impfstoffe durchgehend bei 2-8° Celsius gelagert werden.

Wie viele Personen können bzw. müssen pro Stunde geimpft werden?

Nach unserer Erfahrung sind mit einem Impfteam von 3 Personen (Administration und Eintragung in den e-Impfpass, Aufziehen und Vorbereiten der Impfungen, Durchführung der Impfung) etwa 30 Person pro Stunde möglich. Durch den Einsatz mehrerer Impfteams lässt sich die Anzahl für große Impfstraßen natürlich erhöhen. Für den Kostenersatz von einer Arbeitsstunde müssen mindestens 15 Personen geimpft werden.

Bei der Impfstraße sollten pro Tag und pro Arzt zumindest 100 oder mehr Personen geimpft werden. Sollten gesamt weniger als 30 Personen geimpft werden, können maximal zwei Arbeitsstunden verrechnet werden. Darüber hinaus müssen pro verrechnete Stunde mindestens 30 Personen geimpft werden.

In welchen Räumlichkeiten kann geimpft werden?

Grundsätzlich sind alle sauberen Räume oder Gebäude für Impfungen geeignet, z.B. Schulen, Veranstaltungssäle, etc.

Wie kann die Abrechnung bzw. Bezahlung des Personals abgewickelt werden?

Es werden grundsätzlich nur Personalkosten abgegolten, keine Kosten für Lokalität, etc.

Bei der Beschäftigung des Impfpersonals, beispielsweise Ärzten, medizinischem Personal (DGKP, Sanitäter) und etwaigem externen administrativen Personal sind die allgemeinen arbeitsrechtlichen, sozialrechtlichen und steuerrechtlichen Bestimmungen einzuhalten. Die Beschaffung, Auftragsabwicklung, eventuelle Anstellung und Entlohnung des Personals sowie die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen obliegt der organisierenden Gemeinde.

Möglichkeit 1: Verrechnung mit Sozialversicherungsträger

Der Impfarzt meldet für die Dauer der Impfstraße eine Zweitordination an und verrechnet gemäß den Richtlinien die Einzelimpfungen. Von diesem Stichhonorar sind alle restlichen Aufwendungen zu bestreiten.

Möglichkeit 2: Verrechnung mit Land Niederösterreich

Wenn die Impfstraße nicht als Zweitordination des Impfarztes abgewickelt wurde, kann die Organisation die Personalkosten entsprechend der Richtlinie des COVID-19-Zweckzuschussgesetzes beim Land NÖ gesammelt zur Verrechnung anmelden. Dabei können für das Personal maximal die Höchststundensätze von 150 € / Stunde für Ärzte, 90 € / Stunde für Turnusärzte, 55 € / Stunde für medizinisches Personal und 25 € / Stunde für sonstiges externes Personal ersetzt werden. In den Höchststundensätzen sind alle gesetzlichen Abgaben und sozialversicherungsrechtlichen Beiträge enthalten. Eine Abrechnung kann jeweils einmal im Monat erfolgen, wobei Sie von uns dann natürlich auch auch entsprechende Informationen über die Abrechnungsmodalitäten erhalten.

Wo melde ich mich, wenn ich eine Impfstraße organisieren möchte?

Bitte beachten Sie, dass es aus logistischen Gründen unbedingt notwendig ist, zumindest zwei Wochen vor dem Start der geplanten Impfstraße die Abstimmung mit uns erfolgen muss. Nur so kann garantiert werden, dass auch ausreichend Impfstoff zur Verfügung gestellt werden kann.

Senden Sie bitte untenstehendes Kontaktformular an uns. Wir melden uns dann umgehend bei Ihnen via Email. Danke!


Kontaktformular:



    Organisatorisches und alle Informationen für Ärzte und Impfstellen finden Sie HIER