Impfung

Kommunale Impfstraßen

Der vorliegende Impfplan der Bundesregierung ist die verbindliche Leitlinie für die impfenden Stellen in Österreich. Die angeführten Priorisierungen basieren auf der Grundlage der medizinisch-fachlichen Empfehlungen durch das nationale Impfgremium (NIG) und sind im Rahmen der faktischen Möglichkeiten und der logistischen Notwendigkeiten sowie der effizienten Nutzung der vorhandenen Impfstoffe umzusetzen. 

Neben den Impfstellen in Ordinationen und später in Betrieben gibt es auch die Möglichkeit als Gemeinde eine Impfstelle zu betreiben. Sie können, je nach Größe und Struktur, eine oder mehrere kommunale Impfstellen einrichten und betreiben, oder sie richten eine Impfstelle gemeinsam mit benachbarten Gemeinden ein. 

Für kommunale Impfstellen gelten folgende Rahmenbedingungen:

  • Die Gemeinde benennt einen Impfkoordinator pro Impfstelle. Der Impfkoordinator ist in weiterer Folge unser Ansprechpartner für die weiter Planung und Durchführung. Der Impfkoordinator benötigt keine medizinische Ausbildung, grundlegendes medizinisches bzw. pharmazeutisches Wissen ist aber von Vorteil.
  • Die Gemeinde muß gemeinsam mit dem Impfkoordinator die Impfaktion planen, durchführen und das erforderliche medizinische Personal für die Impftage selbst bereitstellen.
  • Je nach Verfügbarkeit des Impfstoffes und zentraler Vorgabe wird mit dem Impfkoordinator rechtzeitig der mögliche Zeitraum und die Anzahl der Impfkapazität der Impfungen koordiniert. Je nach Bedarf und Impfstoff kann eine kommunale Impfstraße als einmalige Impfaktion, z.B für ein Wochenende betrieben werden, oder wiederkehrend. Abhängig vom geplanten Impfstoff ergibt sich die Zeitspanne für die 2. Teilimpfung, die jedenfalls immer gleich mitgeplant werden muss. Die Zeiträume bewegen sich derzeit zwischen 3 und 11 Wochen.
  • Die konkrete Anmeldung der Bevölkerung für eine Impfung in einer kommunalen Impfstraße erfolgt ausschließlich über unser zentrales Buchungsportal und immer nur für die gerade freigeschaltete Bevölkerungsgruppe. Eine Bevorzugung von Einwohnern der eigenen Gemeinde oder anderer Personengruppen als im Impfplan vorgesehen ist ausdrücklich nicht möglich.
  • Die Impfung muß verpflichtend im e-Impfpass dokumentiert werden, Informationen dazu finden Sie HIER

Wer darf impfen?

Jede Ärztin und jeder Arzt in Österreich, auch pensioniert und unabhängig von dessen Spezialgebiet, ist dazu berechtigt, die Impfung zu verabreichen. Auch Medizinstudentinnen und -studenten ist dies in einem strukturierten Setting unter ärztlicher Anleitung und Aufsicht ebenfalls erlaubt. Zusätzlich dürfen auch diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger sowie Rettungssanitäterinnen und -sanitäter nach einer schriftlichen ärztlichen Anordnung und Anwesenheit eines Arztes Covid-19 Impfungen verabreichen. Sie können also ihre Impfung individuell mit lokalen Ärzten, Arbeitsmedizinern, ihrer Rettungsorganisation oder anderen Fachkräften planen.

Wie und wie lange kann der Impfstoff gelagert werden?

Alle bisher verwendeten Impfstoffe müssen bei ihnen durchgehend bei 2-8° Celsius gelagert werden. Dazu ist ein handelsüblicher Kühlschrank grundsätzlich ausreichend, eine Temperaturüberwachung mittels Thermologger, etc. ist wünschenswert. Abhängig vom Impfstoff kann die Haltbarkeit ab Auslieferung etwa 100 Stunden bis zu 6 Monate betragen. Ja nach Impfstoff ist also möglicherweise nur ein enges Zeitfenster für die Impfungen vorhanden.

Wer trägt die Kosten?

Für Impfstraßen (auch betriebliche Impfstraßen) wird ein Pauschalhonorar von 150€/h für Ärzte, 55€/h für Diplomplfegepersonen und 20€/h für administratives Personal abgegolten. Das Honorar kann von den jeweils tätigen Personen über ein Standardformular direkt mit der NÖ Landesregierung abgerechnet werden.

Wer muß bzw. darf die Impfaufklärung durchführen?

Die Aufklärung ist eine ärztliche Aufgabe. Es empfiehlt sich den zu impfenden Personen bereits im Vorfeld den Standard-Aufklärungs- und Einwilligungsbogen und Informationen zur Impfung auszuhändigen und ausfüllen zu lassen. Falls hier noch Fragen offen bleiben können diese vor Ort vom Arzt beantwortet werden.

Wie viele Personen können pro Stunde geimpft werden?

Nach unserer Erfahrung sind mit einem Impfteam von 3 Personen (Administration und Eintragung in den e-Impfpass, Aufziehen und Vorbereiten der Impfungen, Durchführung der Impfung) etwa 30 Person pro Stunde möglich. Durch den Einsatz mehrerer Impfteams läßt sich die Anzahl für große Impfstellen natürlich erhöhen.

Welches Material ist erforderlich?

Mit der Impfung werden alle unmittelbar erforderlichen medizinischen Verbrauchsmaterialien mitgeliefert (Spritzen, Nadeln, etc.). Andere Materialien wie persönliche Schutzausrüstung, Hände- und Hautdesinfektionsmittel, Pflaster, Abwurfbehälter für Spitzmüll, medizinische Notfallausrüstung etc. müssen durch die Impfstelle bzw. den verantwortlichen Arzt zur Verfügung gestellt werden.

In welchen Räumlichkeiten kann geimpft werden?

Grundsätzlich sind alle sauberen Räume oder Gebäude für Impfungen geeignet, z.B. Schulen, Veranstaltungssäle, etc.