ÖBR LBA NOTRUF

Können die Notrufe auch geortet werden?

Ja, die Europäische Union verpflichtet die Mitgliedstaaten, die Standortdaten bei Notrufen an die Notrufdienste zu übermitteln. Dies ist in der Richtlinie (EU) 2018/1972 (ua. Art 109 Abs 6) des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2018 über den europäischen Kodex für die elektronische Kommunikation geregelt und in Österreich unter anderem im § 98 Telekommunikationsgesetz 2003 umgesetzt.

Dadurch wird sichergestellt, dass Menschen, die den Notruf kontaktieren, noch schneller und besser geholfen werden kann. Wir verfügen über mehrere Informationsquellen bezüglich der Anruferdaten:

1) Standortdaten / Stammdaten – FESTNETZ (Pilotbetrieb)

Bei einem Festnetz-Notruf auf 144, 140 und 141 werden über eine Schnittstelle bei einigen „Festnetz“-Betreibern (v.a. A1 Telekom Group Austria) automatisiert Daten der Anrufernummer übermittelt. Wenn ein Betreiber Daten zu der Rufnummer hat, dann werden sie dem Calltaker automatisch angezeigt.

2) AML (Advanced Mobile Location) Android – Mobilfunk GPS oder WLAN-Position

Google hat in sein Handy-Betriebssystem Android eine Funktion integriert, die nach dem Wählen einer Notrufnummer (in Österreich: 140,141,144) die GPS und WLAN Daten des anrufenden Mobiltelefons verwendet (falls GPS und WLAN deaktiviert sind wird dies vom System für die Dauer der Standort-Bestimmung aktiviert, danach automatisch wieder deaktiviert). Google hat die Position so gut wie aller WLAN-Netzwerke, somit kann in vielen Fällen sowohl indoor als auch outdoor eine sehr gute Position (via WLAN oder GPS) bestimmt werden. Derzeit sind ca. 80% aller Mobiltelefone in Österreich mit einem Android Betriebssystem ausgestattet.

20 Sekunden nachdem vom Handy mit dem Gesprächsaufbau begonnen worden ist, übermittelt das Mobiltelefon EINMALIG die Positionsdaten an uns. Diese Zeitspanne wird benötigt, damit die GPS bzw. WLAN Position gut bestimmt werden kann (evtl. Aktivierung GPS,…).

Dieses System übermittelt keine Stammdaten (wie Name, Adresse), sondern nur eine Position (ggf. mit Radius) und die Angabe ob die Positionsbestimmung via GPS oder WLAN zu Stande gekommen ist.

Seit dem Apple Betriebssystem iOS 11.3 ist es auch für alle iPhones möglich und aktiv, leider aber noch nicht für alle Notrufe verfügbar. Wir sind aktuell in Kontakt mit Apple deswegen …..

Videos zu AML

Infos von Google zu AML

Technische Infos von Google zu AML

3) Herold-Daten:

Hierbei handelt es sich um den (freiwilligen) und selbst editierbaren Telefonbucheintrag zu Rufnummern.

4) Abfragemöglichkeit für Standort- und Stammdaten – „Handyortung“ (ggf. auch Festnetz):

Nach wie vor kann die „klassische Ausforschung Stammdaten/Standortdaten“ von uns verwendet werden. Durch die Netzbetreiber wird bei einer Abfrage ein „Schwerpunkt“ berechnet, das Positionsergebnis ist unterschiedlich genau, dafür sind häufig auch Stammdaten inkl. Adresse verfügbar (für Stammdaten manchmal zusätzliche Anfrage erforderlich).

Diese Variante wir vor allem benötigt, wenn wir ein Mobiltelefon von „dritten“ Personen (die nicht selbst am Notruf angerufen haben) ausforschen müssen, bei „Gefahr im Verzug“.


ACHTUNG: Trotz aller technischen Möglichkeiten werden wir Sie in jedem Fall nach Ihrer Rückrufnummer und nach der Adresse des Einsatzortes fragen!

Samstag, den 1.Oktober 2022 findet wieder ein bundesweiter Zivilschutz-Probealarm statt

Zwischen 12:00 Uhr und 12:45 Uhr werden nach dem Signal „Sirenenprobe“ die drei Zivilschutzsignale „Warnung“, „Alarm“ und „Entwarnung“ in ganz Österreich ausgestrahlt.