Policy Telefonarzt: Vorgehen nach Zeckenstich / Saugende Zecke

Saugende Zecken sollten so bald als möglich entfernt werden. Die Entfernung von Zecken ist grundsätzlich keine spezielle ärztliche Tätigkeit und sollte vom Patienten bzw. Angehörigen vorgenommen werden.

Empfehlung zur Anleitung einer Zeckenentfernung:

  • Fassen der Zecke mit einer Pinzette, Zeckenzange etc. oder mit den Fingernägeln möglichst nahe der Haut.
  • Langsam und kontrolliert an der Zecke ziehen, diese möglichst nicht quetschen.
  • Alternativ kann die Zecke mit einem spitzen Messer, einer Nadel oder einer sogenannten Zeckenkarte aus der Haut herausgehebelt werden
  • Oft sind mehrere Versuche und/oder eine andere Person erforderlich.
  • Nach Entfernung sollte der Stich desinfiziert werden
  • Wenn der Stechapparat (im Volksmund „Kopf“) in der Wunde verbleibt stellt er kein erhöhtes Gesundheitsrisiko dar. Dieser wird meist von selbst nach einiger Zeit abgestoßen.

Weitere Informationen:

  • Der Patient sollte nach einem Zeckenstich sorgfältig auf weitere Zecken abgesucht werden.
  • Wird die Zecke (etwa durch eine Pinzette) gequetscht, kann der Erreger schneller in die Wunde gelangen. Öl oder Klebstoff sind nicht empfohlen, da die Zecke dann vermehrt Sekrete in die Wunde abgibt.
  • Wie nach jedem Stich (etwa nach Mückenstichen) ist die Haut für einige Zeit oft etwas gerötet. Dies ist völlig normal (primäre Stichreaktion) und klingt in wenigen Tagen ab.
  • Zeichen einer zeckenübertragenen Infektion treten frühestens einige Tage nach dem Stich auf, z.b. Ausweitung der Rötung, zunehmende Schwellung, Fieber. In diesem Fall sollte der Patient den Hausarzt aufsuchen.
  • Eine antibiotische Postexpositionsprophylaxe gegen Borreliose ist im allgemeinen nicht empfohlen und sollte mit dem Hausarzt abgeklärt werden.
  • Die entfernte Zecke kann im bestimmten Laboreinrichtungen auf Krankheitserreger untersucht werden. Diese Untersuchung ist eine Privatleistung und wird direkt mit dem Labor verrechnet. Eine allgemeine Empfehlung zur Untersuchung von entfernten Zecken und der sich daraus ergebenden Konsequenzen gibt es derzeit nicht. Diese Möglichkeit sollte dem Anrufer normalerweise nicht aktiv angeboten werden sonder nur auf direkte Nachfrage besprochen werden (Anbieter z.B. Diagnostics Center Weinviertel, http://www.dcwv.at ; 0699-11044792)

 

Hintergrundinformation Lyme-Borreliose

Borrelien liegen im Mitteldarm der Zecke. Nach Beginn des Blutsaugens beginnen diese ihren Stoffwechsel zu aktivieren. Nach mehreren (12 bis 24) Stunden wandern sie aktiv in die Speicheldrüsen der Zecke ein. Normalerweise werden sie erst dann in die Stichwunde übertragen. Eine Borreliose beginnt oft mit einer Wanderröte an der Stichstelle. Diese tritt frühestens nach einigen Tagen auf. Sie breitet sich langsam aus (etwa 3-5 mm/Tag). In seltenen Fällen beginnt die Infektion mit grippeartigen Symptomen und Muskelschmerzen zwischen dem 7. und dem 14. Tag. Gegen Borellien gibt es derzeit keine Impfung.

Hintergrundinformation FSME

Die Übertragung mit den Viren erfolgt unmittelbar nach dem Stich. Eine FSME beginnt etwa zwischen Tag 6 und 10 mit hohem Fieber. Eine postexpositionelle Prohylaxe ist genau so wie eine spezifische Therapie nicht verfügbar. Der einzige Schutz ist die FSME-Impfung. Die Übertragung erfolgt nicht nur durch adulte Zecken, sondern auch durch Zeckennymphen und schon fast mikroskopisch kleine Zeckenlarven.

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