Policy Telefonarzt: Tetanusprophylaxe nach Verletzungen bei fraglichem Impfschutz

Empfehlung:
  • Impfplan: alle 10 Jahre Auffrischungsimpfung, ab >60 Jahre alle 5 Jahre
  • Große Wunde: Versorgung + Impfung im KH
  • Bagatellverletzung + Grundimmunisierung vorhanden: Abklärung am nächsten Tag beim Hausarzt
  • Bagatellverletzung ohne Grundimmunisierung: unmittelbare Impfung empfohlen (aktiv/passiv)

 

Hintergrundinformation

Grundsätzlich kann eine Tetanus-Schutzimpfung in Abhängigkeit von Schwere, Verschmutzungsgrad, Durchblutungsverhältnissen der Wunde und Alter des Verletzten um einige Stunden verschoben werden, wenn aus den anamnestischen Angaben des Patienten glaubhaft hervorgeht, dass er zumindest über eine Grundimmunisierung = 3 Teilimpfungen verfügt.
Wenn nur der Zeitpunkt der letzten Boosterung unklar ist, die Grundimmunisierung (mindestens drei Dosen) aber höchst wahrscheinlich durchgeführt wurde, so ist die Gabe einer Auffrischdosis mit dem Tetanus-Impfstoff die einfachste Verfahrensweise.
Für Patienten ohne Grundimmunisierung ist die unmittelbare Impfung empfohlen (Krankenhaus).
Wenn der Impfstatus völlig unklar und/oder eine Verständigung mit dem Patienten kaum möglich ist, sollte wie bei einer ungeimpften Person verfahren werden.

CAVE

Häufige (unnötige) Boosterungen im Abstand von weniger als fünf Jahren können stärkere Lokalreaktionen verursachen.

Tabelle – Tetanusprophylaxe nach Verletzungen:
Impfstatus dT-PEA-IPV/6-fach* Kopf 2TET-Ig
unbekannt oder < 3 Teilimpfungen Ja Ja
≥3 Teilimpfungen, letzte vor ≤10 bzw. ≤5 Jahren** Nein Nein
≥3 Teilimpfungen, letzte vor >10 bzw. >5 Jahren** Ja Nein

* Bei Verletzungen in einem Alter, in dem die Kombinationsimpfung laut Impfplan noch nicht vollständig ist, soll diese vorgezogen werden.
** Bei bis 60-Jährigen 10 Jahre, bei über 60-Jährigen 5 Jahre

Quellen:

  • Impfplan 2013, Bundeministerium für Gesundheit
  • Robert Koch Institut
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