Spezielle Krankheiten

Nordstern

Das Notfallinformationssystem NORDSTERN fungiert als Sprachrohr für Menschen sehr seltenen oder besonderen Krankheiten, welche im Notfall eine Relevanz bei der Versorgung haben und die sich im Ernstfall nicht mehr mitteilen können.

In der Europäischen Union gilt eine Erkrankung als selten, wenn nicht mehr als fünf von 10.000 Menschen in der EU von ihr betroffen sind. Da es mehr als 6.000 unterschiedliche Seltene Erkrankungen gibt, ist die Gesamtzahl der Betroffenen trotz der Seltenheit der einzelnen Erkrankungen hoch. Allein in Österreich leben Schätzungen zufolge etwa 400.000 Menschen mit einer Seltenen Erkrankung (SE).

Die Erleichterung des Alltags durch erhöhte Mobilität und Eigenständigkeit der Kinder sowie anderen Betroffenen notfallrelevanter Erkrankungen bei gleichzeitig hoher Sicherheit stehen im Fokus von Nordstern.

Was ist Nordstern?

Nordstern ist ein Armband(system), mit dessen Hilfe die ersteintreffenden Sanitäter einen am Armband hinterlegten Code in einer Weboberfläche abfragen können.

Damit ist sowohl die seltene Krankheit identifizierbar, als auch die zu treffenden Maßnahmen abfragbar.

Detaillierte Informationen finden Sie unter www.wawi-nordstern.at.

Wie ist der Rettungsdienstliche Ablauf?

Nordstern in LeoDok

Nordstern ist voll in unser Dokusystem LeoDok integriert.

Sollte bei der Eingabe der Sozialversicherungsnummer ein Nordstern-Klient erkannt werden, wird dieser Umstand sofort eingeblendet und alle diesbezüglichen Informationen und Anweisungen sind sofort direkt verfügbar.


Presseaussendung vom 29.Dezember 2022

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner: „Personen mit Krankheiten oder Allergien, deren Behandlung im Notfall außergewöhnlich ist, sind auf schnelle und zielgerichtete Hilfe angewiesen. Informationen über diese Krankheit oder Allergie sind für SanitäterInnen und NotärztInnen im Notfall relevant, da die richtige Behandlung im Weiteren für die Betroffenen lebensnotwendig sein kann. Das Notfallsystem ‚Nordstern‘ stellt dies sicher, wir in Niederösterreich starten als erstes Bundesland nun das Pilotprojekt.“

Landesrat und NÖGUS Vorsitzender Martin Eichtinger erklärt: „Nordstern ist die Entwicklung eines Notfallinformationssystems in Form eines Armbandes mit redundant ausgeführten Sicherheitsmerkmalen. Nordstern ist also der ‚Notfallausweis am Handgelenk‘ mit Verbindung zu den Rettungsorganisationen. Damit ermöglichen wir dem Rettungsdienst ein schnelleres Erkennen von Notfallpatientinnen und – patienten“ Seltene und besondere Erkrankungen stellen nicht nur die betroffenen Personen vor besondere Herausforderungen, sondern im Notfall auch den Rettungsdienst und in weitere Folge auch die Kliniken. Denn viele dieser Erkrankungen bedürfen teils Abweichungen in der Behandlung durch Standardalgorithmen in der Versorgung von Notfallpatient*innen. Dies auf einem gesicherten Weg rasch dem behandelnden Personal zu Verfügung zu stellen, ist die Idee von Nordstern.

Nordstern, ein Projekt von Wasserwirt Healthcare aus Kärnten, ist der einzige Anbieter eines Notfallinformationssystems, welches direkt den Kontakt zu den Notfallrettungsdiensten hat. Erster Pilotpartner, schon während der intensiven Entwicklungsphase, war und ist Notruf NÖ. Das System fußt auf zwei Säulen. Einerseits ein hochqualitatives Armband mit einem Erkennungscode für Fachkräfte, andererseits eine gesicherte Datenbank dahinter, von einem Ärztebeirat validiert und überprüft, die Informationen für Rettungsdienstpersonal in der Sekunde bereitstellen kann, damit besondere Behandlungswege auf gesicherter Ebene eingeschlagen werden können.

„Für uns war es von Anfang an klar, dieses System zu unterstützen.“ erklärt der Geschäftsführer von Notruf NÖ Christof Constantin Chwojka. „Denn wir erleben es nahezu tagtäglich, dass es im Einsatz entweder keine oder zu unterschiedliche Notfallsysteme gibt, die aber keine sofortige Überprüfung ermöglichen, und damit Sicherheit für Patienten*innen und Rettungsdienstpersonal gewährleistet werden kann.“

„Nordstern fungiert somit als Sprachrohr für Menschen mit Krankheiten deren Behandlung im Notfall abweichend ist.“ so der CEO von Wasserwirt Healthcare und Projekt Initiator Bernhard Monai. „Es betrifft Menschen, die sich im Notfall nicht mehr mitteilen, oder fundierte medizinisch relevante Fakten weitergeben können. Damit entsteht nicht nur für die NotfallpatientInnen eine Versorgungssicherheit, sondern auch für das medizinische Personal ein massiver Vorteil für die Entscheidung der Auswahl der Behandlungswege.“ Die laufende medizinische Begleitung ist für das Nordsternteam von großer Bedeutung. Daher wurde für die Prozessabwicklung und die medizinischen Grundastzentscheidungen bzw. Fragestellungen der Nordstern Ärztebeirat ins Leben gerufen. Dieser beurteilt und verifiziert in erster Linie die Aufnahme von Betroffenen in das Nordstern Notfallinformationssystem.

Durch Nordstern stehen im besten Fall ab dem Kontakt mit der Rettungsleitstelle, spätestens jedoch bei der strukturierten Patientenbeurteilung Informationen speziell für diese einzelne Patientin oder Patient zur Verfügung, welche besondere oder gar abweichende Entscheidungen zum Standardablauf auf eine rechtlich gesicherte Ebene hebt. „Das Alleinstellungsmerkmal von Nordstern, die Vernetzung eines Notfallinformationssystem mit den Rettungsorganisationen, bringt eben nicht nur den Hilfesuchenden Vorteile, sondern auch der gesamten Rettungskette, beginnend mit der Leitstelle über den Rettungsdienst bis hin zu den Kliniken.“ so die beiden Landespolitiker abschließend.